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Thilo Sarrazin im Wortlaut Fast all jene Kritiker, welche die Überlegungen Thilo Sarrazins zur Integrationskatastrophe, vorgelegt in seinem Buch «Deutschland schafft sich ab», pauschal als «völlig daneben», als «wenig hilfreich», als «skandalös» oder gar als «rassistisch» abtun, hüten sich auffällig davor, sich auch bloss ansatzweise mit tatsächlichen Aussagen des aus allen Rohren Beschossenen je zu befassen. Kinder-Vernachlässigung Es fällt auf, dass keiner der aufgeführten Mängel in irgend einer Weise von der materiellen Versorgung abhängig ist. Da die Grundgesamtheit der Einschüler des Landes Berlin erfasst wurde, können die erhobenen Daten wohl auch auf vergleichbare soziale Schichten in Gesamtdeutschland übertragen werden.
Sozialempfänger Nicht Kinder produzieren Armut, sondern Transferempfänger produzieren Kinder. Die Statistik scheint das zu belegen, denn in Deutschland bekommen diejenigen, die von sozialer Unterstützung leben, deutlich mehr Kinder als der vergleichbare Rest der Bevölkerung. Damit wächst in unserem Bildungssystem der Anteil der Kinder aus bildungsfernen Unterschichtfamilien kontinuierlich. Nach Abschluss einer meist wenig erfolgreichen Schullaufbahn schlagen die wenig qualifizierten Kinder grossenteils den Weg ihrer Eltern ein und bekommen wieder überdurchschnittlich viele Kinder. Systematische Unterschiede in der Fruchtbarkeit verschiedener Gruppen bedeuten in wenigen Generationen eine radikale Verschiebung der Bevölkerungsverhältnisse. Deshalb wird das unterschiedliche generative Verhalten von Unterschicht und Rest der Bevölkerung auf Dauer unsere Gesellschaft verändern – es sei denn, es tritt ein grundsätzlicher Wandel ein. Die Grundsicherung beeinflusst also die Sozialisation und das generative Verhalten der Unterschicht. Sie bestimmt aber auch wesentlich das Migrationsgeschehen und die Integrationsbereitschaft der Migranten. Ohne die deutsche Grundsicherung wäre ein grösserer Teil der Migranten aus der Türkei, aus Afrika und Nahost niemals gekommen, denn Arbeitsmarktgründe für die Einwanderung gibt es schon seit 35 Jahren nicht mehr.» (S. 149/150) Einwanderung Migranten aus dem Nahen Osten oder der Türkei haben das grosse Los schon gezogen, wenn sie es ins deutsche System der Grundsicherung schaffen, denn dann verfügen sie – ohne dass ihnen eine Arbeits- oder nennenswerte Integrationsleistung abgefordert wird – über ein Einkommen, das sie in ihrer Heimat schon zu wohlhabenden Bürgern machen würde. Ohne Arbeit verdienen sie in Deutschland zumeist wesentlich mehr als in ihrer Heimat mit sehr harter Arbeit – wenn sie dort überhaupt welche fänden. Auch diese Gruppe tritt auf dem Arbeitsmarkt nicht in Erscheinung. Auf der anderen Seite bemühen sich die Anbieter von Arbeit, also Unternehmen, Behörden und andere Organisationen, ihre Arbeitsabläufe so zu organisieren, dass sie Menschen mit niedriger Arbeitsproduktivität möglichst gar nicht brauchen, weil diese bei Löhnen auf dem Niveau von mindestens 60 Prozent oder mehr des mittleren Einkommens zu teuer sind. Die Grundsicherung wirkt am Arbeitsmarkt also wie ein impliziter Mindestlohn, ohne dass man diesen extra festlegen müsste.» (S. 166/167) Jugendgewalt Bildungsverläufe hängen in starkem Masse von der Familie ab, in der man aufwächst. Muslimische Migranten entstammen meist bildungsfernen Familien, die in ihren Heimatländern durchweg den Unterschichten angehörten. Insoweit ist ein Teil dessen, was in der Bildungspolitik als Integrationsproblem wahrgenommen wird, tatsächlich ein Schichtenproblem. Erschwerend kommt hinzu, dass die Qualität des heimatlichen Schulsystems sich in der Attitüde und dem schulischen Leistungsprofil der entsprechenden Migrantengruppen niederschlägt. Zwischen den schlechten Schulleistungen türkischer Migranten in Deutschland und dem schlechten Abschneiden des türkischen Schulsystems bei Pisa 2006 besteht durchaus ein Zusammenhang. Nicht zuletzt aus diesem schlechten Abschneiden erwächst das aggressive Potential zahlreicher junger Türken und Araber. Aggression und Gewalt sind oft der einzige Ausweg aus dem Dilemma, dass die betont männliche Rolle, die ihnen die Geschlechterstereotype ihrer Herkunft auferlegen, nicht zur Attitüde des lernbereiten Schülers passt. Gleichzeitig ist diese Rolle aber auch nicht kompatibel mit den sich aus der fehlenden Lernbereitschaft ergebenden Misserfolgen in Schule und Arbeitsleben. Für die Migranten aus den muslimischen Ländern sind die elektronischen Medien ein besonderes Integrations- und Bildungshemmnis. In vielen Familien laufen die Sendungen aus der fernen Heimat fast ununterbrochen. Dadurch wird es schwer, zur Herkunftskultur jenes Mass an Distanz aufzubauen, das für die Integration unerlässlich ist. Vor allem aber schwindet der Anreiz, Deutsch zu lernen. In geschlossenen Siedlungen, wo man mittels Satellitenschüsseln rund um die Uhr jedes Fernsehprogramm aus der Heimat empfangen kann, besteht ja im Grunde gar keine Notwendigkeit, neben der Muttersprache auch noch die Amtssprache zu beherrschen. Die Töchter brauchen nicht zu lernen, weil sie heiraten und Kinder bekommen sollen, und den Söhnen wird in autoritären Strukturen ein Männlichkeitsbild vorgegeben, das sich für entbehrungsreiches Lernen genauso nachteilig auswirkt wie die männlichkeitsbetonte Gettokultur der Schwarzen in Amerika. Die besonderen Kompetenz- und Bildungsbeteiligungsdefizite der muslimischen Migranten werden teilweise mit dem niedrigen sozioökonomischen Status in ihren Heimatländern erklärt. Die geistige Anregungsarmut, die auch das häusliche Umfeld der deutschen Unterschicht belastet, wirkt in ähnlicher Form bei den muslimischen Migranten. Auch das Rezept zur Überwindung dieser Probleme ist ein ähnliches: Sie müssen im staatlichen Bildungssystem kompensiert werden. Dies fällt bei Migranten generell schwerer, weil das Sprachproblem und die kulturellen Unterschiede hinzukommen. Diese Schwierigkeiten können sich bis zur Fast-Unmöglichkeit steigern, wenn Migranten eng zusammenleben und an den Schulen 80 bis 90 Prozent der Schüler stellen. Auch hier allerdings ist der Weg der gleiche wie oben beschrieben, nur, dass zu den Kernkompetenzen in Leseverständnis und mathematischem Verständnis der deutsche Spracherwerb hinzutreten muss. Deshalb kann und darf, so schwer es auch fallen mag, der Schulunterricht nur auf Deutsch erfolgen. Gerade bei den Migranten muss die vorschulische Erziehung zu möglichst guten Deutschkenntnissen bei Schuleintritt führen. Wenn klassische Einwanderungsländer wie etwa Kanada wesentlich bessere Bildungserfolge bei Migranten erzielen, liegt das vor allem daran, dass die dortigen Migranten von ihrer Heimat Abschied genommen haben und alles tun, damit sie und ihre Kinder in der neuen Umgebung ankommen. Ihre Anpassungsbereitsschaft ist generell höher und ebenso ihr Wille zum Spracherwerb – eine Einstellung, die auch auf die Kinder übertragen wird.» (S. 235-237) Muslim-Einwanderung Deutlich wurde dies erstmals, als Ajatollah Chomeini eine Fatwa gegen den indisch-britischen Autor Salman Rushdie aussprach, weil dieser sich ein paar dichterische Freiheiten erlaubt hatte. Wegen einiger Mohammed-Karikaturen in einer dänischen Zeitung gab es dann 2005 weltweit islamische Demonstrationen und Gewalttätigkeiten mit 150 Toten. Der Zeichner Kurt Westergaard, Jahrgang 1935, lebt seither in wechselnden Wohnungen unter Polizeischutz und entging in den Weihnachtstagen 2009 nur knapp dem Mordversuch eines jungen Somaliers mit Aufenthaltserlaubnis in Dänemark. Dänische Milchprodukte werden in islamischen Ländern wegen der Mohammed-Karikaturen boykottiert. Millionen Frauen in unserer Mitte werden durch den sozialen Druck ihrer Religion und Kultur zur Beachtung von Kleidervorschriften gezwungen, die sie als selbstständige Individuen herabwürdigen, und von ihren Familien an ihrer beruflichen und persönlichen Entfaltung gehindert. Das alles haben wir eigentlich gar nicht nötig. Wirtschaftlich brauchen wir die muslimische Migration in Europa nicht. In jedem Land kosten die muslimischen Migranten aufgrund ihrer niedrigen Erwerbsbeteiligung und hohen Inanspruchnahme von Sozialleistungen die Staatskasse mehr, als sie an wirtschaftlichem Mehrwert einbringen. Kulturell und zivilisatorisch bedeuten die Gesellschaftsbilder und Wertvorstellungen, die sie vertreten, einen Rückschritt. Demografisch stellt die enorme Fruchtbarkeit der muslimischen Migranten eine Bedrohung für das kulturelle und zivilisatorische Gleichgewicht im alternden Europa dar. Wer dies deutlich ausspricht, sieht sich Anfeindungen ausgesetzt, unter denen der Vorwurf der „Islamophobie“ noch der geringste ist. Zwar scheint in der deutschen Politik das Bewusstsein zu wachsen, dass dem Islam problematische Kräfte innewohnen, aber man scheut das Thema weiterhin. „Der Islam ist uns willkommen, der Islamismus nicht“, sagte Bundesinnenminister de Maizière in seiner ersten Parlamentsrede nach Amtsantritt. Er sollte sich einmal mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan unterhalten, der 2008 erklärte: „Es gibt keinen Islam und Islamismus. Es gibt nureinen Islam. Wer etwas anderes sagt, beleidigt den Islam.» (S. 266/267) Integration In Berlin werden 20 Prozent aller Gewalttaten von nur 1000 türkischen und arabischen jugendlichen Tätern begangen, eine Bevölkerungsgruppe, die 0,3 Promille der gesamten Berliner Bevölkerung stellt. Aber im Integrationsbericht der Bundesregierung wird deren Kriminalität relativiert. Es heisst dort: „Zumindest für die Gruppe junger Menschen gehen Kriminologen davon aus, dass bei einem Vergleich der Gruppe mit gleichen familiären, schulischen und sozialen Rahmenbedingen sowie übereinstimmenden Werteorientierungen eine höhere Belastung von Nichtdeutschen letztlich nicht mehr feststellbar“ sei. Bei diesem Geschwurbel wird offenbar empirische Wissenschaft mit politischer Theologie verwechselt. Wem ist eigentlich geholfen, wenn man offenkundige Tatsachen unterdrückt, die selbst die einsichtigen Betroffenen nicht leugnen. Sicherlich weder der Wahrheit noch der klaren Analyse, noch der Integration.» (S.297) S.
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