Asyl-Chaos: 5756 annullierte Ausschaffungen

Fast ein Drittel der Ausschaffungen ist 2012 gescheitert. Viele Asylbewerber sind abgetaucht. Das ist teuer.

«Die Ticketstornierungen kosteten 700827 Franken» Michael Glauser (BFM) (RDB)

«Die Ticketstornierungen kosteten 700827 Franken» Michael Glauser (BFM). (RDB)

Will der Bund einen Asylsuchenden oder Ausländer ausschaffen, buchen die Behörden das Flugticket. Doch längst nicht immer treten die Passagiere ihren Ausschaffungsflug an. Im Jahr 2012 musste der Bund 5756 Flüge annullieren oder umbuchen. Das sind fast 30 Prozent der Flüge – und rund 2000 mehr als 2011. Das heisst: Fast jedes dritte gebuchte Flugticket muss der Bund  stornieren.

Das ist teuer: «Flugticketumbuchungen und -stornierungen im Jahr 2012 kosteten 700827 Franken», sagt Michael Glauser vom Bundesamt für Migration (BFM).  Hinzu kommt der finanzielle Aufwand für Polizei und Administra­tion. Wie hoch diese Kosten sind, erfasst das BFM nicht. Was sind die Gründe für die Annullationen? «Rückführungen scheitern unter anderem, weil die Personen abtauchen», sagt Glauser. In der Amtssprache heissen diese «No-Shows». Wie viele untergetaucht sind, weiss man beim BFM nicht, für den Vollzug sind die Kantone zuständig. «Manche Personen melden sich wieder. Oder die Polizei greift sie bei einer Polizeikontrolle auf», sagt Glauser. Aber: Rückführungen scheitern auch, weil sich Asylsuchende schlicht weigern, das Flugzeug zu betreten – oder sich krank melden und ein Arztzeugnis vorlegen.

Haftplätze ausbauen
Ein Grossteil der Annullationen und Umbuchungen (total 3884) betreffen sogenannte Dublin-Fälle. Das sind Personen, die in das Land zurückgeschafft werden, in dem sie zuerst ein Asylgesuch stellten. Laut dem Abkommen muss die Schweiz solche Asylgesuche nicht prüfen. Die Bewerber müssen ausreisen.

Damit Asylsuchende vor der Ausschaffung nicht untertauchen, will sie die Schweiz künftig in Haft nehmen. Das geschieht heute nur bei hoher Fluchtgefahr. Für alle fehlt bisher der Platz. «Der Ausbau von 500 bis 700 zusätzlichen Haftplätzen ist geplant», sagt Glauser.

2012 schafften die Behörden im Flieger 13801 Personen aus.

Quelle: Blick.ch

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *